OrgLab Grundlegende Werte

Vorbemerkung
In den grundlegenden Werten des OrgLabs sind weniger die inhaltlichen Felder und Kernaufgaben benannt, sondern das „Wie“, die Art und Weise, wie das OrgLab mit seinen Themenstellungen und Aufgaben umgeht. Insofern soll hier in gewisser Weise „die Philosophie“ des OrgLab umrissen werden.

1. Werte und Strategie

Grenzen überschreiten
Innovationen in Wissenschaft und Praxis entstehen dadurch, dass man (System)Grenzen bewusst macht und überschreitet. Dies können Grenzen zwischen Institutionen (z.B. Universität und Praxisorganisationen) sein, zwischen Individuen, Gruppen und Organisationen, die wissenschaftlichen Grenzen zwischen Theorie und Praxis, aber auch die Grenzen zwischen Disziplinen. Das OrgLab unterstützt und entwickelt durch systematische Grenzüberschreitungen bei seinen Themen/Projekten eine “andere Sicht“ der Dinge.

Interdisziplinarität
Ein zentraler Weg der Grenzüberschreitung ist eine interdisziplinäre Herangehensweise. Ein Grundprinzip des OrgLabs besteht daher darin, sowohl in der personellen Zusammensetzung, als auch in der Herangehensweise an Aufgabenstellungen und Themen auf einen interdisziplinären Blickwinkel zu achten und die Bedingungen dafür herzustellen.

Visionen ermöglichen
Sowohl für die Mitarbeiter des OrgLab, als auch für seine Nutzer und hinsichtlich seiner Struktur ist das Ermöglichen von Visionen zentral. Dies gilt auch für die gesellschaftliche Relevanz seiner Aufgabenstellung. Das bedeutet, dass sich das OrgLab nicht nur den Sachzwängen und Notwendigkeiten des Alltagsgeschäfts, sondern auch mit darüber hinaus weisenden Perspektiven beschäftigt, ohne die Realität des Alltags zu vernachlässigen. Aus diesem Grundsatz ergeben sich Konsequenzen für die Auswahl von Themen und Aufgabenstellungen. Um dieses „visioneering“ zu ermöglichen, beschäftigt sich das OrgLab gezielt auch mit Methoden und Techniken, die Visionen und „Weitsicht“ befördern (Zukunftswerkstätten, Organisationslabore o.ä.).

Nachhaltigkeit, Legitimation und Sinn vermitteln
Trotz (oder wegen) des hohen Veränderungsdrucks in Gesellschaft und Organisationspraxis gewinnt Nachhaltigkeit und die Beachtung von Sinn und Werten in der Arbeit heute immer mehr an Bedeutung. Das OrgLab beschäftigt sich daher gezielt sowohl inhaltlich als auch strukturell mit Fragen der Nachhaltigkeit, des langfristigen Denkens und der Analyse von Werten in Organisationen und Gesellschaft. Hier versucht das OrgLab – auch im Sinne der anderen Grundsätze – verschiedene Blickwinkel und Analyse-Ebenen zu verknüpfen. Auch in der Struktur des OrgLab besteht das Ziel, durch Medien und Kommunikation Nachhaltigkeit zu erzielen und entsprechende Reflexionsmöglichkeiten für die Mitglieder bereitzustellen.

Experimentieren
Die Grundidee eines Labors ist das Experimentieren. Dies bedeutet, Räume frei von Sachzwängen zu schaffen, in denen Ideen, Methoden oder neue Ansätze entwickelt und erprobt werden können. Grundlagen dafür sind mittel- und langfristige Zeithorizonte (nicht nur kurzfristige Problemlösungen) und eine klare Planung und Durchführung der Transfermöglichkeiten in die Praxis/Forschung/Lehre).

Innovation
Durch das Leben der obigen Grundsätze ermöglicht das OrgLab die Entwicklung und Reflexionen von innovativen Ansätzen und ist insofern ein “Innovations-think-tank”. Innovationen werden dabei vor allem durch die Verbindung verschiedener Ansätze (aus Verschiedenheit lernen; learning by diversity) gewährleistet.

2. Lernräume

Lernen und lernen lassen
Sowohl die institutionelle Anbindung (Universität) als auch die Notwendigkeit „lernender Systeme“ in der Organisationspraxis unterstreichen die Bedeutung des Lernens im OrgLab. Lernen geschieht dabei durch die Zusammenführung verschiedener Blickwinkel auf eine Sache und durch den geregelten und kontinuierlichen Diskurs über die Sache. Lernen bezieht sich dabei sowohl auf die Mitglieder und Mitarbeiter des OrgLab (regelmässige Fortbildungen) und auf die Nutzer/Kunden des OrgLabs. Dabei achtet das OrgLab bei seinen Aktivitäten auch auf die unterschiedlichen Lernformen (kognitiv, affektiv) und auf die Entwicklung und den Einsatz geeigneter Methoden und Medien.

Autonomie und Selbst-Verantwortung
Das OrgLab wendet die Prinzipien von Autonomie und Selbstverantwortung (Empowerment) sowohl in seinen Inhalten, als auch in seinen Aktivitäten an. Dies bedeutet organisatorisch eine möglichst grosse Autonomie der OrgLab-Projekte, deren Inhalte und (Zwischen-)Ergebnisse jedoch im Diskurszusammenhang des OrgLabs vermittelt und gemeinsam bewertet werden müssen. Aus diesem Diskurs entwickeln sich dann weitere strategische Ziele des OrgLab.

Netzwerk
Das OrgLab ist ein Netzwerk von Studierenden und Praktikern mit individuell unterschiedlichen Interessen und Möglichkeiten. Damit ist es ein fragiles Netzwerk zwischen Wissenschaft, Lehre und Praxis, für dessen Grundlage ein stabiles institutionelles Netzwerk (zwischen Universität(en) und Praxisinstitutionen) entwickelt werden muß. In diesem Netzwerk müssen die Investitionen der einzelnen Akteure zu einem klaren (individuellen/institutionellen) Nutzen führen. Investitionsmöglichkeiten und Nutzen müssen daher klar benannt werden. Nachhaltige Netzwerke funktionieren auf der Basis von Gegenseitigkeit (z.B. was kann die Wissenschaft für die Praxis bringen? resp. Wo verhilft die Praxis der Wissenschaft zu wichtigen und richtigen Fragestellungen?), von Kommunikation und von Wachstum (Prinzipien des exponentiellen Wachstums in Netzwerken). Für diese Basis muß das OrgLab die infrastrukturelle Grundlage bieten.