management of values und corporate citizenship

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Bürgerschaftliches Engagement von Unternehmen (Corporate Citizenship) und die damit verbundene Frage nachhaltiger Unternehmensführung und der Übernahme sozialer bzw. gesellschaftlicher Verantwortung ist ein aktuelles, auf verschiedenen Ebenen diskutiertes Thema (Unternehmerverbände, Bundesregierung, EU). Firmen und Firmennetzwerke initiieren Projekte und Nachhaltigkeitsreports, Unternehmerverbände und Politik betonen den Wert und die Notwendigkeit sozialer Verantwortung in der Wirtschaftswelt.

Corporate Citizenship ist jedoch nur selten systematisch eingebunden in Unternehmensstrategie und Unternehmenskultur, es wird nur manchmal als hilfreiche Strategie der Personalentwicklung begriffen. Obwohl Untersuchungen die Bedeutung von Corporate Citizenship für eine innovative Unternehmenskultur zeigen, wird dieser Ansatz in vergleichsweise wenigen Unternehmen strategisch umgesetzt. Die konkreten Schritte zu einem strategischen Corporate Citizenship sind oft noch unklar, der Wert dieses Ansatzes ist noch zu wenig messbar, außerdem sind die Schnittstellen zwischen Unternehmen und sozialen, kulturellen oder ökologischen Projekten nicht hinreichend systematisch ausgebaut.

Das vom BMBF geförderten Forschungs- und Entwicklungsprojekts „Management of Values und Corporate Citizenship – Bedingungen innovationsförderlicher Unternehmenskulturen in der Zivilgesellschaft“ hat daher den Auftrag, gemeinsam mit interessierten Unternehmen folgende Fragen zu bearbeiten:

  • Wie können Unternehmen Strategien des Corporate Citizenship aufgreifen und als Teil der Unternehmensstrategie integrieren?
  • Welche Chancen hat dies für die Entwicklung einer innovativen Unternehmenskultur?
  • Wie kann das System der Personal– und Organisationsentwicklung mit Ansätzen des Corporate Citizenship verbunden werden?
  • Welche Instrumente sind notwendig, um Konzepte der sozialen Verantwortung in Unternehmen zu implementieren und zu evaluieren?
  • Welche Lehren können aus den Erfahrungen global agierender Firmen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gezogen werden?

Module des Forschungsprojektes

Zur Bearbeitung dieser Fragen sind folgende Projektmodule vorgesehen:

Wie lässt sich Corporate Citizenship in einer Unternehmenskultur verwirklichen?
Ziel: Entwicklung eines praxisorientierten Instruments zum Status und Weiterentwicklung einer werte-orientierten Unternehmenskultur unter besonderer Berücksichtigung von Corporate Citizenship.

Corporate Citizenship implementieren und evaluieren
Ziel: Instrumente und Verfahren zur Einführung von Corporate Citizenship werden modular im Sinne eines Toolkits entwickelt, um bedarfsorientiert unterschiedliche Einstiegs- und Evaluationsmöglichkeiten in das Themenfeld zuzulassen.

Welche übergreifenden Qualitätskriterien soll Corporate Citizenship erfüllen?
Ziel: Bestandsaufnahme und Analyse von CC in Unternehmen, um Qualitätsmerkmale und -kriterien von CC zu Identifizieren.

Von den Besten lernen – Best Practice im Bereich Corporate Citizenship
Ziel: Bildung regionaler/überregionaler Benchmarking-Zirkel zu Ansätzen gesellschaftlicher und sozialer Verantwortung in Unternehmen.

Nachhaltigkeit und Soziale Verantwortung in Unternehmen sichern
Ziel: Entwicklung und Erprobung eines firmenübergreifenden Weiterbildungskurses (mit Universitätszertifikat), um praxisnah MitarbeiterInnen aus Unternehmen als „Corporate Citizen-Manager“ zu qualifizieren.

Eckdaten des Forschungsprojektes

Das Vorhaben wird mit Mitteln des BMBF finanziert. Es findet innerhalb des Themenfeldes „Entwicklungsfaktoren für den Auf– und Ausbau innovationsförderlicher Unternehmenskulturen und Milieus“ im Rahmenkonzept „Innovative Arbeitsgestaltung - Zukunft der Arbeit“ des BMBF statt.

Projektstart: 9/2004

Laufzeit: 30 Monate

Volumen: ca. 350.000 €

Aktive Teilnahme am Forschungsprojekt

Das Vorhaben ist von seiner Struktur her als Verbundprojekt angelegt. Die Bearbeitung der Forschungsfragestellungen, die wissenschaftliche Begleitung und die Koordination übernimmt das Labor für Organisationsentwicklung der Universität Duisburg-Essen (Leiter: Prof. Dr. Wolfgang Stark).

Gemeinsam mit den Projektpartnern entwickelt und evaluiert das Labor für Organisationsentwicklung gemeinsame und/oder organisationsspezifische Vorhaben. Die Projektpartner bringen ihre Erfahrungen mit Corporate Citizenship in das Projekt ein und entwickeln gemeinsam mit dem Labor für Organisationsentwicklung Verfahren und Messinstrumente zum Einsatz und zur Evaluation von CC-Projekten. Mit Unterstützung der Begleitforschung werden bisherige Ansätze analysiert und neu entwickelte Instrumente erprobt.

Bisherige Projekt-Partner

•  BOV AG, Essen und München

•  RAG Aktiengesellschaft, Essen

•  RWE Rhein-Ruhr AG, Essen

•  Stadt Essen

•  The Body Shop, Neuss

•  Universität Duisburg-Essen